Das Kleinbasel – zu Unrecht unterschätzt und oft auch minderes Basel genannt – hat viel zum Wohlstand und Ruhm der Stadt Basel beigetragen. «Minder» bedeutete im Mittelalter „kleiner» ohne Wertung! Dies und weitere interessante Fakten wollten wir sodann sm 13. Oktober 2026 gemeinsam ergründen.
1225 liess Bischof Heinrich von Thun die erste feste Rheinbrücke erbauen und stattete die rechte Rheinseite mit eigenem Stadtrecht aus. Das bedeutet die Geburtsstunde von Kleinbasel. Die Brücke machte Basel zu einem wichtigen Standort für die europäische Nord-Süd-Handelsroute; Kleinbasel wurde als planmässige Gründungsstadt angelegt und entwickelte sich rasch zu einem florierenden Gewerbestandort. Der Riehenteich leitete Wasser aus der Wiese in die Stadt, was für Einwohner und Gewerbe mit grossem Wasserbedarf (Müller, Gerber und Färber) von entscheidender Bedeutung war. Kleinbasel organisierte sich anders als Grossbasel. Statt Zünfte bestehen bis heute 3 Ehrengesellschaften.
Zum Wohle Kleinbasels trug auch das Dominikanerinnen-Kloster Klingental bei. Die Nonnen stammten aus vermögenden Familien aus dem benachbarten Ausland, waren hochgebildet, keinem Fürst als Vater oder einem anderen Adligen als Ehegattin untertan, konnten sich frei emanzipieren und waren sich ihrer Macht nicht nur bewusst, sondern setzten sie auch ein.
Kommen wir zum Schluss noch zu zwei berühmten Persönlichkeiten, deren Familien ursprünglich aus dem Jura, resp. dem heutigen Deutschland (Odenwald, Franken) stammten: Merian und Amerbach.
Mike Stoll wies auf die Bedeutung von Matthäus Merian (1593-1650) hin, der als Kupferstecher, Kartograf und Verleger weit über Basels Grenzen hinaus bekannt war, so schuf er beispielsweise einen detailgetreuen Stadtplan Basels aus der Vogelperspektive, der einzigartig in Europa war.
Johannes Amerbach (um 1440-1513) war einer der bedeutendsten Buchdrucker seiner Zeit. Er tat sich mit seinen Kollegen, Petri und Froben, zu einer berühmten Druckergemeinschaft zusammen; sein Sohn Bonifacius arbeitete besonders eng mit dem grossen Erasmus von Rotterdam zusammen, der ihn zu seinem Haupterben und Testamentsvollstrecker ernannte.
Die familiäre Kunst- und Büchersammlung (Amerbach Kabinett) – über Generationen entstanden – bildet das Fundament des Kunstmuseums Basel. Die Führung endete in der Rheingasse, wo sich das Wohnhaus von Johannes Amerbach „zum Kaiserstuhl“ befindet.
Nach dieser mit vielen historischen Fakten und vergnüglichen Anekdoten gespickten Führung geht es im November beim Abschluss-Essen im Löwenzorn etwas weniger geschichtsträchtig, aber hoffentlich ebenso vergnüglich weiter.
Text: Beat Butz; Fotos: Felix Désiré Meyer, Rolf Fischer






























